28.10.2019 / Verfasser: Tonia Optenberg

Zeitwertkonten-Modelle bei Fremdgeschäftsführern

Irgendwann eine Auszeit nehmen oder früher in Rente gehen und trotzdem Lohn erhalten - für viele Beschäftigte ist dies eine attraktive Vorstellung. Als Ersatz für die ehemalige Altersteilzeit hat der Gesetzgeber 2009 mit dem Flexi-II-Gesetz die Möglichkeit von Zeitwertkonten geschaffen. Mit Zeitwertkonten kann Arbeitszeit über einen langen Zeitraum angespart und später als Freizeit genutzt werden.

In der Regel sind Zeitwertkonten freiwillige Angebote des Arbeitgebers. Entsprechend können Beschäftigte auch frei entscheiden, welche ihrer Gehalts-Bestandteile sie in welcher Höhe einzahlen wollen. Weder die Vereinbarung noch die Wertgutschrift auf dem Zeitwertkonto führen zum Zufluss von Arbeitslohn. Erst die Auszahlung des Guthabens während der Freistellung löst eine Besteuerung aus.

Der BFH hatte bereits im Jahr 2018 entschieden, dass Zeitwertkonten-Modelle bei Fremdgeschäftsführern einer GmbH anzuerkennen sind. Die Finanzverwaltung ist dieser Auffassung zunächst nicht gefolgt. Nun schließt sie sich der Rechtsprechung des BFH bei Fremdgeschäftsführern an. Eine vollständige Übertragung dieser Rechtsprechung auf Minderheits-Gesellschafter-Geschäftsführer hat leider nicht stattgefunden. Hier muss die Vermutung einer verdeckten Gewinnausschüttung, z.B. durch einen betriebsinternen Fremdvergleich, widerlegt werden. Beim beherrschenden Geschellschafter-Geschäftsführer allerdings ist stets von einer verdeckten Gewinnausschüttung auszugehen.

Tonia Optenberg
Steuerberaterin