29.04.2019 / Verfasser: Franziska Greß

Auf dem Weg zum endgültigen Mehrwertsteuersystem - Sofortmaßnahmen der EU zum 01.01.2020

Obwohl das Mehrwertsteuersystem der EU nunmehr seit Jahrzehnten in Kraft ist, handelt es sich dabei lediglich um eine Übergangsregelung. Während die EU weiter über ein endgültiges Mehrwertsteuersystem berät, wurden im Dezember 2018 die folgenden vier Sofortmaßnahmen - die sog. Quick Fixes - beschlossen, welche bis zum 01.01.2020 in nationales Recht umzusetzen sind.

  1. Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wird materielle Voraussetzung für die Steuerbefreiung der innergemeinschaftlichen Lieferung.
  2. Der für die Steuerbefreiung der innergemeinschaftlichen Lieferung erforderliche Nachweis wird konkretisiert, so dass innerhalb der EU einheitliche Bestimmungen in Bezug auf die Nachweispflicht gelten. Unter anderem wird die Steuerbefreiung künftig davon abhängig gemacht, dass die entsprechende Zusammenfassende Meldung fristgerecht und korrekt erfolgt.
  3. Das Reihengeschäft wird erstmals im Rahmen der MwStSystRL definiert und damit einheitliche Regelungen für alle Mitgliedstaaten zur Bestimmung der warenbewegten und somit der ggf. steuerfreien Lieferung geschaffen.
  4. Die umsatzsteuerliche Behandlung von Lieferungen in Verbindung mit einem Konsignationslager, dass ein Unternehmer in einem anderen Mitgliedstaat unterhält, wird künftig vereinfacht und ebenfalls einheitlich geregelt.

Unternehmer sollten sich frühzeitig mit den kommenden Änderungen befassen und sofern erforderlich die internen Prozesse darauf abstimmen. Denn neben der grundsätzlich zu begrüßenden Aussicht auf mehr Rechtssicherheit, bringen die Quick Fixes auch erhöhte Anforderungen bezüglich der Steuerbefreiung der innergemeinschaftlichen Lieferung mit sich. Um die Steuerbefreiung nicht zu gefährden, gilt es daher die ab 01.01.2020 verschärften Formalien sorgfältig zu beachten.

Sollten Sie zu diesem Thema Fragen haben, unterstützen wir Sie gerne.

Franziska Greß
Steuerberaterin