Verfasser: Franziska Greß / 28.01.2019

Neuregelung der umsatzsteuerlichen Behandlung von Gutscheinen

Zum 01.01.2019 hat der Gesetzgeber die EU-Richtlinie zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Gutscheinen in nationales Recht umgesetzt. Aufgrund der Richtlinie gelten nun erstmals EU-einheitliche Vorschriften bezüglich der Umsatzbesteuerung von Waren- und Wertgutscheinen. Nicht unter die Regelung fallen Rabatt- oder Preisnachlassgutscheine.

Das Umsatzsteuergesetz definiert einen Gutschein als Instrument, bei dem die Verpflichtung besteht, es als Gegenleistung für eine Lieferung oder sonstige Leistung anzunehmen. Dabei muss der Liefergegenstand oder die Leistung oder die Identität des leistenden Unternehmers auf dem Instrument oder in den zugehörigen Unterlagen angegeben sein.

Ferner wird bei Gutscheinen, die nach dem 31.12.2018 ausgestellt werden, zwischen Einzweck-
und Mehrzweck-Gutscheinen unterschieden. Je nach Einordnung des Gutscheins wird die Umsatzsteuer entweder bereits bei Ausgabe des Gutscheins oder aber erst bei dessen Einlösung fällig.

Ob es sich im jeweiligen Fall um einen Einzweck- oder um einen Mehrzweckgutschein handelt, hängt
davon ab, ob im Zeitpunkt der Ausgabe des Gutscheins alle besteuerungsrelevanten Tatsachen bekannt sind. Im Detail stellen sich folgende Fragen: Steht der Ort der künftigen Lieferung oder sonstigen Leistung bereits fest? Ist der anzuwendende Steuersatz und somit die geschuldete Steuer bereits bekannt?

Sind beide Fragen zu bejahen, liegt ein Einzweck-Gutschein vor. Die Umsatzsteuer entsteht in
diesem Fall im Zeitpunkt der Ausstellung des Gutscheins. Ist eine der Fragen zu verneinen, handelt es sich um einen Mehrzweck-Gutschein, der wiederum erst im Zeitpunkt der Einlösung der Umsatzsteuer unterliegt.

Die gesetzliche Neuregelung geht darüber hinaus auch auf mögliche "Gutscheinketten" ein. Gemeint sind Konstellationen, in denen der Aussteller des Gutscheins die Leistung, auf die sich der Gutschein bezieht, nicht selbst erbringt. Unklar bleibt jedoch, ob und wie die Besteuerung von nicht eingelösten Gutscheinen zu erfolgen hat.

Franziska Greß
Steuerberaterin