27.03.2017 / Verfasser: Heiko Priester

Haftungsvermeidung für den Geschäftsführer bei einer Kapitalgesellschaft in der Krise

Wenn anhaltende Verluste mindestens die Hälfte des Stammkapitals einer GmbH aufzehren, so hat der Geschäftsführer gem. § 49 Abs. 3 GmbH-Gesetz eine außerordentliche Gesellschafterversammlung einzuberufen. Die Einberufung hat unverzüglich nach Feststellung des Verbrauchs der Hälfte des Stammkapitals zu erfolgen. Diese Pflicht besteht bereits, wenn ein Jahresabschluss noch nicht vorliegt, aber aus den betriebswirtschaftlichen Auswertungen hervorgeht, dass im Laufe des Geschäftsjahres ein entsprechender Verlust entstanden ist.

Nach § 84 Abs. 1 GmbH-Gesetz droht dem Geschäftsführer bei unterlassener Einberufung eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Auf ein fahrlässiges Unterlassen steht nach § 84 Abs. 2 GmbH-Gesetz eine Freiheitsstrafe von immer noch bis zu einem Jahr oder Geldstrafe im Raum. Neben drohender Freiheitsstrafe oder Geldstrafe haftet der Geschäftsführer letztendlich zusätzlich wegen möglicher Insolvenzverschleppung persönlich.

Der Geschäftsführer muss gerade bei krisenbehafteten Unternehmen die tatsächliche und die zukünftige wirt¬schaftliche Situation immer im Auge behalten.

Zur Vorbereitung der Gesellschafterversammlung empfiehlt es sich, möglichst zusammen mit einem Berater zu überlegen, mit welcher Strategie das krisenbehaftete Unternehmen wieder in eine erfolgversprechende Spur gehoben werden kann. Hierfür stehen wir Ihnen als Fürst & Partner GmbH mit unseren Fachberatern gerne zur Verfügung.

Heiko Priester
Wirtschaftsprüfer/Steuerberater