26.11.2018 / Verfasser: Tanja Wachter

Im In- und Ausland tätige Geschäftsführer

Im Zusammenhang mit Geschäftsführertätigkeiten und Ausland gibt es steuerlich viele Vorschriften zu beachten. So kann es z.B. durch die ausländische Geschäftsführerposition zu einer schädlichen Mitwirkung kommen, die zur Hinzurechnungsbesteuerung nach § 1 AStG führt. Ist ein Geschäftsführer im Ausland tätig, sind ebenso entsprechende DBA-Regelungen sowie nationale Rechtsvorschriften des jeweiligen Staates zu beachten. All diese Zusatzvorschriften können die Besteuerung bzw. die Besteuerungsfolgen für Geschäftsführer sehr komplex werden lassen.

Für den Einsatz eines Geschäftsführers werden nachfolgend kurz die Folgen für die Konstellationen, dass ein inländischer Geschäftsführer auch Geschäftsführer im Ausland ist, er aber nur Arbeitslohn von der inländischer Mutter bekommt, für die ausländische Tochter wird er unentgeltlich tätig. Oder ein ausländischer Geschäftsführer bekommt nur im Ausland Gehalt, die Tätigkeit beim inländischen Tochterunternehmen erfolgt unentgeltlich, durchleuchtet.

Organe von Kapitalgesellschaften fallen regelmäßig in den Anwendungsbereich des Art. 15 OECD-MA. Sie üben ihre Tätigkeit grundsätzlich an dem Ort aus, an dem sie sich persönlich aufhalten. Zu beachten sind jedoch die in einigen DBA enthaltenen Sonderregelungen zu den Geschäftsführervergütungen. Diese sind stets vorrangig anzuwenden.

Ohne Anwendung einer Sonderregelung kommt Art. 15 OECD-MA zur Anwendung. Danach hat der Tätigkeitsstaat das Besteuerungsrecht. Diese Besteuerungsrecht bleibt nur im Ansässigkeitsstaat/ Wohnsitzstaat, wenn die Voraussetzungen des Art. 15 Abs. 2 OECD-MA kumulativ erfüllt sind. D.h. die
Tätigkeitstage unter 183 Tagen liegen, die Vergütung wird von einem Arbeitgeber gezahlt, der nicht im Tätigkeitsstaat ansässig ist und die Vergütung darf nicht von einer Betriebsstätte getragen werden, die das Vergütung zahlende Unternehmen im Tätigkeitsstaat hat. In den o.g. möglichen Konstellationen sind die Voraussetzungen nicht kumulativ erfüllt, weil die Vergütung von einem Arbeitgeber, der nicht im Tätigkeitsstaat ansässig ist, gezahlt wird. Somit wird der Geschäftsführer mit seiner unentgeltlichen Tätigkeit im Inland oder im Ausland beschränkt steuerpflichtig. Der Arbeitslohn wird entsprechend anteilig aufgeteilt. Es kommt nicht darauf an, ob die Tätigkeit unentgeltlich erfolgt ist. Vielmehr ist die Aufteilung der Arbeitszeit bzw. Arbeitstage entscheidend.

Zum Vergleich, das DBA Schweiz hat mit Art. 15 Abs. 4 eine Sonderregelunge für Organe einer Kapitalgesellschaft. Danach hat der Ansässigkeitsstaat kein Besteuerungsrecht hat, solange die Tätigkeit nicht nur außerhalb des Ansässigkeitsstaates der Kapitalgesellschaft erfolgt. Voraussetzung ist jedoch, dass die Gesellschaft nicht im gleichen Staat ansässig ist wie die vorgenannte leitende Person.

Tanja Wachter
Steuerberaterin