25.05.16 / Verfasser: Kristina Odebrett

Gesundheitsförderung - Steuerbefreiung von Präventionskursen


Nach § 3 Nr. 34 EStG können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern
Zusatzleistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung bis zu einer Höhe von
500,00 EUR jährlich steuer- und sozialversicherungsfrei zuwenden.

Diese Steuerbefreiungsvorschrift ist mit dem Ziel der
Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und der Stärkung der
betrieblichen Gesundheitsförderung eingeführt worden. Die Steuerbefreiung wird
gewährt für Maßnahmen, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und
Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V genügen.

Im Einzelnen sind dies die Bereiche:

- allgemeine Reduzierung von Bewegungsmangel sowie Vorbeugung
und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch verhaltens- und
gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme;

- Vorbeugung und Reduzierung arbeitsbedingter Belastungen des
Bewegungsapparates;

- allgemeine Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung sowie
Vermeidung und Reduktion von Übergewicht;

- gesundheitsgerechte betriebliche Gemeinschaftsverpflegung
(z. B. Ausrichtung der Betriebsverpflegungsangebote an Ernährungsrichtlinien und
Bedürfnissen der Beschäftigten, Schulung des Küchenpersonals, Informations- und
Motivierungskampagnen);

-.Stressbewältigung und Entspannung (= Vermeidung
stressbedingter Gesundheitsrisiken);

- Förderung der individuellen Kompetenzen der
Stressbewältigung am Arbeitsplatz, gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung;

- Einschränkung des Suchtmittelkonsums (= allgemeine Förderung
des Nichtrauchens, "rauchfrei" im Betrieb, gesundheitsgerechter Umgang mit
Alkohol, allgemeine Reduzierung des Alkoholkonsums, Nüchternheit am
Arbeitsplatz).

Mit Urteil des Finanzgerichtes Bremen vom 11.02.2016 - 1K
80/15 - wurde nun entschieden, dass für die Inanspruchnahme der Steuerbefreiung
die Erfüllung der im "Leitfaden Prävention" aufgestellten Voraussetzungen,
insbesondere eine besondere Zertifizierung der Anbieter, nicht verlangt werden
kann. Es reicht aus, wenn die vom Arbeitgeber bezuschussten Maßnahmen
Mindestanforderungen an Qualität und Zielgerichtetheit erfüllen. Diese sind
jedenfalls dann erfüllt, wenn die betreffenden Maßnahmen durch
Physiotherapeuten, Heilpraktiker und qualifizierte Fitnesstrainer erbracht
werden.

Für Rückfragen zu diesem Thema steht Ihnen Ihr Ansprechpartner
gern zur Verfügung:

Kristina Odebrett


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