23.09.16 / Verfasser: Tanja Wachter

Neue Verwaltungsanweisung zur Teilwertabschreibung vom 02.09.2016

Mit Schreiben vom 02.09.2016 hat das BMF sein Schreiben zu den
Teilwertabschreibungen, aus dem Jahre 2014 (BStBl. I 2014, 1162) stammend,
überarbeitet. Im Zentrum steht die Frage, wann von einer voraussichtlich
dauernden Wertminderung ausgegangen werden kann. Diese ist Voraussetzung für
eine mögliche Teilwertabschreibung gem. § 6 Abs. 1 Nr. 1 und 2 EStG. Neben
sprachlichen Anpassungen und geänderten Formulierungen fallen vor allem die
Ausführungen zu den Wertpapieren detaillierter aus, die einen eigenen
Gliederungspunkt erhalten und nicht, wie bisher, unter den Erläuterungen zu den
Bilanzpositionen Anlage- und Umlaufvermögen enthalten sind.

In der Praxis entstehen vor allem Probleme in der
Betriebsprüfung bei den Teilwertabschreibungen von Wertpapieren. Das neue
BMF-Schreiben soll vor allem auch in diesem Bereich mehr Klarheit schaffen.
Zusammengefasst liegt bei börsennotierten, börsengehandelten und
aktienindexbasierten Wertpapieren des Anlage- und Umlaufvermögens eine
voraussichtlich dauernde Wertminderung vor, wenn:

- der Börsenwert zum Bilanzstichtag unter denjenigen im
Erwerbszeitpunkt gesunken ist und

- der Kursverlust die Bagatellgrenze von 5% der Notierung bei
Erwerb überschreitet.

Kursänderungen, die bis zum Tag der Bilanzaufstellung
eintreten, haben als wertbegründende Tatsachen regelmäßig keinen Einfluss auf
die Bewertung der Wertpapiere zum Bilanzstichtag.

Im Unterschied zur bisherigen Auffassung wird der
Anwendungsbereich der Bagatellgrenze von 5% bei börsennotierten,
börsengehandelten und aktienindexbasierten Wertpapieren im Anlage- und
Umlaufvermögen eingeschränkt. In Fällen der Wertaufholung nach erfolgter
Inanspruchnahme einer Teilwertabschreibung findet die Bagatellgrenze keine
Anwendung mehr. Auch bei geringfügiger Wertsteigerung ist die Wertaufholung auf
den aktuellen Börsenkurs am Bilanzstichtag vorzunehmen. Auf festverzinsliche
Wertpapiere darf die Bagatellgrenze von 5% ebenfalls nicht angewendet werden.

Die Änderungen zur Bagatellgrenze sind spätestens in der
ersten, auf einen Bilanzstichtag nach dem Tag der Veröffentlichung im BStBl
aufzustellenden Bilanz anzuwenden.

Für Fragen zu diesem Thema steht Ihnen Ihr Ansprechpartner
gerne zur Verfügung.

Frau Tanja Wachter


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