23.07.2018 / Verfasser: Sebastian Frey

Erfassung von EC-Karten-Umsätzen im Kassenbuch

In den vergangenen Monaten traten vermehrt Unsicherheiten bezüglich der Erfassung von EC-Karten-Umsätzen im Kassenbuch auf. Diese Unsicherheiten wurden besonders durch das BMF-Schreiben vom 16. August 2017 verstärkt, da die Finanzverwaltung hierin eine sehr restriktive Handhabung vorsah.

Im Detail wurde hier die Meinung vertreten, dass unbare Geschäftsvorfälle getrennt zu verbuchen sind und im Kassenbuch lediglich die Einnahmen und Ausgaben zu erfassen sind, welche tatsächlich durch Barzahlung getätigt wurden. Nach Auffassung des Bundesfinanzministeriums liegt bei der Erfassung unbarer Geschäftsvorfälle im Kassenbuch ein formeller Mangel vor, dessen steuerrechtliche Würdigung nach den Umständen des jeweiligen Einzelfalls erfolgt.

Bei dieser getrennten Erfassung handelt es sich m.E. um einen von der Lebensrealität weit entfernten Vorgang. Insbesondere bei Einzelhändlern wird der Umsatz im ersten Schritt in der Kasse erfasst. Erst im Anschluss teilt der Kunde mit, ob er bar oder mit Karte zahlen möchten. In jedem dieser Fälle läge somit ein formeller Mangel vor, der im Rahmen einer Betriebsprüfung immer einen wunden Punkt darstellt.

Um diesen Risiken entgegenzuwirken hat sich der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) in den vergangenen Monaten hierzu intensiv mit dem BMF ausgetauscht und Kritik an dieser praxisfernen Haltung geübt.

Dies hatte zur Folge, dass das BMF nun mit Schreiben vom 29. Juni 2018 seine Rechtsauffassung konkretisiert hat.

"Werden die ursprünglich im Kassenbuch erfassten EC-Karten-Umsätze [...] in einem weiteren Schritt gesondert kenntlich gemacht oder sogar wieder aus dem Kassenbuch auf ein gesondertes Konto aus- bzw. umgetragen, so ist [...] weiterhin die Kassensturzfähigkeit der Kasse gegeben."

So soll nun auch weiterhin ein formeller Mangel vorliegen, der jedoch bei der Gewichtung weiterer formeller Mängel im Hinblick auf eine eventuelle Verwertung der Buchführung nach § 158 AO regelmäßig außer Betracht bleibt, sofern der Zahlungsweg - wie im BMF-Schreiben konkretisiert - ausreichend dokumentiert wird und die Nachprüfbarkeit des tatsächlichen Kassenbestandes jederzeit besteht.

Sollten Sie zu diesem Thema noch weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Sebastian Frey
Steuerberater