20.07.2021 / Verfasser: Rudolf Fuchs

Optionsmodell für Personengesellschaften nach dem Körperschaftsteuer-Modernisierungsgesetz

Der Bundestag hat am 21.05.2021 das Gesetz zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts (KöMoG) beschlossen.

Damit öffnet der Gesetzgeber die Möglichkeit der Option zur Körperschaftsteuer für Personenhandelsgesellschaften und Partnerschaftsgesellschaften.

Option zur Körperschaftsteuer: Allgemeines

Eingefügt in das Gesetz wird ein §1a Körperschaftsteuergesetz. Dadurch wird Personenhandels- und Partnerschaftsgesellschaften und ihren Gesellschaftern die Möglichkeit eröffnet, ertragsteuerlich und verfahrensrechtlich wie eine Kapitalgesellschaft und deren nicht persönlich haftende Gesellschafter behandelt zu werden.

Der Antrag auf Option kann bereits im Jahr 2021 für Wirtschaftsjahre nach dem 31.12.2021 gestellt werden, d.h. die Neuregelung gilt erstmals für den Veranlagungszeitraum 2022.

Der Antrag ist unwiderruflich und vor Beginn des Wirtschaftsjahres von den Personen- und Partnerschaftsgesellschaften bei dem für sie zuständigen Finanzamt zu stellen.

Im § 1a Körperschaftsteuergesetz sind alle Gesellschaften erfasst, die auch für einen Formwechsel nach § 25 Umwandlungssteuergesetz in Frage kommen.

Option zur Körperschaftsteuer: Anwendbare Vorschriften

Folge der Ausübung der Option ist, dass alle gesetzlichen Regelungen, die auch für die Anwendung bei Kapitalgesellschaften von Bedeutung sind, gelten.

Tatbestandmerkmale, die nur für bestimmte, ausdrücklich bezeichnete Kapitalgesellschaften gelten, finden nicht Anwendung auf die optierende Gesellschaft.

Option zur Körperschaftsteuer: Übergang

Der Übergang zur Körperschaftsbesteuerung gilt als Formwechsel mit allen daraus resultierenden Auswirkungen.

Weiter ist die Beteiligung der optierenden Gesellschaft wie eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft mit allen daraus entstehenden steuerlichen und rechtlichen Folgen wirksam.

Option zur Körperschaftsteuer: Rückkehr

Die Möglichkeit einer Rückoption hat der Gesetzgeber vorgesehen, diese muss vor Beginn des betreffenden Wirtschaftsjahres beantragt werden.

Option zur Körperschaftsteuer: Aussicht

Noch ist nicht abzusehen, welche Folgen und Möglichkeiten diese doch sehr einschneidende Änderung der Gesetzeslage mit sich bringt.

Individuell ist zu prüfen, wie für die Gesellschafterinnen und Gesellschafter eine intransparente Besteuerung nach §1a Körperschaftsteuergesetz infrage kommt, dies bedarf einer eingehenden Prüfung.

Rudolf Fuchs
Steuerberater