20.07.2020 / Verfasser: Heike Vevoda

Zwischenvermietung einer Wohnimmobilie für die Anwendung des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG - 2. Alternative unschädlich

Das BMF hat in einem Schreiben vom 17.06.2020 zur Anwendung des BFH Urteils vom 03.09.2019 - IX R 10/19 Stellung genommen.

Von der Besteuerung des Veräußerungsgewinns nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG sind Wirtschaftsgüter ausgenommen, die im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden. Dabei muss die Nutzung zu eigenen Wohnzwecken über einen zusammenhängenden Zeitraum von 3 Jahren vorliegen.

Es genügt hierbei, dass der Steuerpflichtige das Wirtschaftsgut im Jahr der Veräußerung zumindest am 1. Januar, im Vorjahr der Veräußerung durchgehend sowie im zweiten Jahr vor der Veräußerung mindestens am 31. Dezember zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat. Es ist mithin unschädlich, wenn das Wirtschaftsgut im Anschluss an die Nutzung zu eigenen Wohnzwecken nach den vorgenannten zeitlichen Kriterien im Jahr der Veräußerung vermietet wird. Wird das Wirtschaftsgut hingegen im Vorjahr der Veräußerung kurzfristig zu anderen Zwecken (z.B. vorübergehende Vermietung) oder kommt es im Vorjahr der Veräußerung zu einem vorübergehenden Leerstand, ist der Veräußerungsgewinn zu versteuern.

Für Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Heike Vevoda
Steuerberaterin