18.04.2017 / Verfasser: Heiko Priester

Steuern sparen durch Zuwendungsnießbrauch

Bei geschickter Gestaltung können positive - bei den Eltern möglicherweise dem Spitzensteuersatz un­terliegende - Einkünfte auf ansonsten einkommenslose Kinder verlagert werden. Damit können nicht unerhebliche Steuerersparnisse erzielt werden.

Hintergrund:

Beim Zuwendungsnießbrauch räumt der Eigentümer einem Dritten ein Nutzungsrecht ein. Die Einkunftserzielung geht nun insoweit auf den sog. Nießbraucher über. Eigentum an dem Objekt, an dem der Zuwendungsnießbrauch eingeräumt wird, wird nicht übertragen. Der Zuwendungsnießbrauch kann auch zeitlich beschränkt werden.

Den steuerersparenden Effekt wollen wir am folgenden Beispiel darstellen:

Die Eheleute Müller besitzen mehrere Gebäude, aus denen sie Vermietungs- und Verpachtungsein­künfte erzielen. Ihre Einkommensteuerbelastung beträgt 40 %. Ihre Tochter T, 20 Jahre, studiert in Regensburg. Von einem ihrer Vermietungsobjekte räumen die Eltern T unentgeltlich ein auf 5 Jahre befristetes Nießbrauchrecht ein. Die Tochter verfügt über keine weiteren Einkünfte. Der durchschnittliche Überschuss aus dem Objekt beträgt jährlich € 25.000,00.

Mit dieser Gestaltung verlagern die Eheleute die bei ihnen mit 40 % zu versteuernden Vermietungseinkünfte. Während die Eltern in unserem Beispiel hierfür eine Steuerbelastung von € 10.000,00 hätten, ergibt sich für die Tochter nur eine Steuerbelastung in Höhe von ca. € 4.000,00.
Die Steuerersparnis beträgt somit € 6.000,00 pro Jahr.

Die Einräumung eines Zuwendungsnießbrauchs ist aber nicht in jedem Fall vorteilhaft. Zudem müssen bestimmte Punkte beachtet werden (z.B. bei Zuwendung an minderjährige Kinder), um eine Anerkennung der Gestaltung durch die Finanzverwaltung sicher zu stellen.

Wir beraten Sie gerne.

Heiko Priester
Wirtschaftsprüfer - Steuerberater