15. März 2022 / Nadine Hanft

Steuerliche Risiken bei Geschenken an Geschäftsfreunde

Geschenke sind unentgeltliche Zuwendungen, die nicht als Gegenleistung für bestimmte Leistungen oder Lieferungen des Empfängers gedacht sind und einen wirtschaftlichen Vorteil darstellen. Diese dürfen auch nicht in unmittelbarem zeitlichen oder wirtschaftlichen Zusammenhang mit anderen Gegenleistungen stehen.

Meistens handelt es sich bei Geschenken um Sachzuwendungen oder Gutscheine, die zur Verbesserung oder Sicherung der jeweiligen Geschäftsbeziehung getätigt werden.

Keine Geschenke sind sogenannte Streuartikel. Übersteigen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Werbeartikels oder Werbemittels nicht 10 €, liegt ein solcher vor. Dabei wird auf den Wert des einzelnen Werbeartikels abgestellt. Streuwerbeartikel sind als Betriebsausgaben abzugsfähig, fallen nicht unter die Pauschalsteuer und sind vom Empfänger nicht zu versteuern.

Voraussetzung für die betriebliche Veranlassung bei Geschenken ist, dass das beruflich veranlasst sein muss. Wird ein Geschenk aus privatem Anlass zugewendet, kann es nicht als Betriebsausgabe abgezogen werden.

Betriebliche Geschenke an Geschäftsfreunde sind steuerlich voll als Betriebsausgaben abzugsfähig, wenn die Summe der Anschaffungskosten oder Herstellungskosten pro Jahr und pro Empfänger maximal 35 € (Grenze) beträgt.

Hier drohen folgende Steuerfallen:

  • Besteht die Berechtigung zum Vorsteuerabzug ist auf den Nettowert ohne Umsatzsteuer bei der 35 €-Grenze abzustellen. Besteht keine Berechtigung zum Vorsteuerabzug ist der Bruttowert (also einschließlich Umsatzsteuer) für die Grenze für die Geschenke an Geschäftsfreunde maßgeblich.
  • Wird die 35 €-Grenze pro Person und pro Jahr überschritten, sind alle Geschenke des Jahres an diesen Empfänger steuerlich nicht abziehbar, auch die Geschenke, die unter der 35 €-Grenze liegen. Diese sind dann in der Gewinnermittlung als "nicht abzugsfähige Geschenke" auszuweisen.
  • Der Gesetzgeber hat Aufzeichnungen für den Abzug der Geschenke als Betriebsausgaben vorgeschrieben. Die Geschenke sind einzeln und getrennt von den sonstigen Betriebsausgaben fortlaufend und zeitnah aufzuzeichnen. Der Name des Empfängers und der Grund bzw. der Zweck der Schenkung sind zusammen mit dem Beleg aufzuzeichnen. Wird diese Aufzeichnungspflicht nicht vollständig erfüllt, können die Geschenke an Geschäftsfreunde nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden.
  • Erhalten Unternehmer von Geschäftsfreunden betrieblich veranlasste Geschenke, sind diese meist als Betriebseinnahme zu versteuern, soweit der Schenker nicht die Pauschalsteuer übernimmt (Hinweis mit dem Geschenk erforderlich). Dabei spielt es keine Rolle, ob das Geschenk beim Schenker als Betriebsausgabe abzugsfähig ist oder eine nicht abzugsfähige Betriebsausgabe vorliegt.

Unsere Empfehlung:

Der Gesetzgeber hat die Möglichkeit einer Pauschalversteuerung von Geschenken durch den Schenker in § 37b EStG geschaffen. Übernimmt der Schenker die Pauschalsteuer, sind beim Empfänger keine Einnahmen zu versteuern. Die vorher genannten Aufzeichnungspflichten für den Schenker bleiben aber dennoch bestehen.

Geschenke an Geschäftsfreunde bzw. Sachzuwendungen bis zu einer Höhe von insgesamt 10.000 € brutto jährlich pro Empfänger können pauschal mit 30 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer versteuert werden.

Sollten Sie hierzu weitere Fragen haben oder Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Nadine Hanft
Steuerberaterin

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