17.06.2019 / Verfasser: Tonia Optenberg

Vorsicht bei Arbeit auf Abruf in der Sozialversicherung

Der Arbeitnehmer kann seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall erbringen. Solche Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind durchaus zulässig. Allerdings muss die Vereinbarung eine bestimmte Dauer der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit festlegen.

Ist diese nicht festgelegt, gilt seit 1.1.2019 eine Arbeitszeit von 20 Stunden als vereinbart.

Diese Mindestarbeitszeit ist selbst dann zu vergüten, wenn tatsächlich keine oder eine geringere Arbeitsleistung erbracht wurde.

Durch diese Arbeitszeitfiktion kann unter Berücksichtigung des Mindestlohns der Arbeitslohnanspruch über 450 EUR im Monat hinausgehen. Denn ob eine geringfügige Beschäftigung vorliegt, entscheidet sich sozialversicherungsrechtlich nicht nach der tatsächlichen Vergütung, sondern nach dem Entgeltanspruch des Mitarbeiters.

Aufgrund der Neuregelung sollten bestehende Arbeitszeitvereinbarungen geprüft und erforderlichenfalls angepasst werden.

Tonia Optenberg
Steuerberaterin