16.08.2019 / Verfasser: Sebastian Frey

Doppelte Haushaltsführung: Einrichtungskosten abziehbar!

Seit dem Jahr 2014 hat der Gesetzgeber bestimmt, dass als Unterkunftskosten für eine doppelte Haushaltsführung im Inland die tatsächlichen Aufwendungen geltend gemacht werden können, allerdings begrenzt auf einen Betrag von € 1.000,00 pro Monat.

Bislang war jedoch strittig, welche Kosten in die Begrenzung von € 1.000,00 einzubeziehen sind. Im Gesetz wird dies jedenfalls nicht näher bestimmt.

Die Finanzverwaltung vertritt die Auffassung, dass in diese Begrenzung sämtliche entstehenden Kosten wie z.B., Miete, Betriebskosten, Abschreibungen, Mieten für Stellplätze sowie Zweitwohnungsteuer einzubeziehen sind.

Erfolgt die Anmietung einer möblierten Wohnung, unterliegen auch diese Aufwendungen der oben bezeichneten Begrenzung. Sogar die Kosten für einen separat angemieteten Garagenstellplatz sind nach Ansicht der Finanzverwaltung in den Höchstbetrag einzubeziehen und können nicht zusätzlich geltend gemacht werden.

Nun hat der BFH am 4. April 2019 folgende interessante Entscheidung getroffen.

Laut seiner Sichtweise sind - wie auch bisher - die Miete und die Betriebskosten (einschließlich der Stromkosten) in die Höchstbetragsberechnung einzubeziehen.

Nicht zu den Aufwendungen, die unter die Begrenzung fallen, gehören laut dem BFH allerdings sämtliche Aufwendungen für Haushaltsartikel und Einrichtungsgegenstände einschließlich der Abschreibungen.

Wird nun also eine möblierte Wohnung angemietet, können die Kosten für die angemieteten Möbelstücke den sonstigen Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung zugerechnet werden. Für diese Kosten gilt die Begrenzung auf € 1.000,00 nicht.

Sollten Sie hierzu weitere Fragen haben oder Unterstützung benötigen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Sebastian Frey
Steuerberater