15.03.2022 / Verfasser: Heiko Priester und Nadine Hanft

Verpflichtende Überprüfung des Liquiditätsengpasses bei erhaltenen Corona-Soforthilfe

Seit Mitte Februar informiert die Corona-Soforthilfe Bewilligungsstellen alle Soforthilfe-Empfänger über die Weitergabe ihrer gespeicherten Daten an die Finanzbehörden. Dieses Schreiben dient als Informationsschreiben. Sie sollten die dort ausgewiesene Höhe der erhaltenen Corona Soforthilfe überprüfen. Sollte diese nicht mit der erhaltenen Höhe übereinstimmen, empfehlen wir eine Korrektur zu veranlassen.

In Bayern besteht des Weiteren die Möglichkeit, dass Sie verpflichtet werden an einem stichprobehaften Rückmeldeverfahren teilzunehmen. Dazu werden Sie einen weiteren Brief der Bewilligungsstellen mit einer Rückmeldefrist von drei Wochen erhalten. In diesem Rückmeldeverfahren sind Sie zum eigenverantwortlichen und selbständigen Abgleich ihrer damaligen Einschätzung mit der nachträglich eingetretenen Situation verpflichtet.

Die ursprüngliche Beantragung erfolgte direkt online über eine eingerichtete Plattform. Die Hinzuziehung eines Steuerberaters war damals nicht erforderlich. Aus diesem Grunde ist die jetzige Rückmeldung auch von Ihnen direkt möglich.

In Bayern gilt für die Berechnung des Liquiditätsengpasses die sogenannte Cashflow-Betrachtung, das heißt hier gilt das Zufluss- und Abflussprinzip (auch bei Bilanzierenden!). Eine Besonderheit hierbei ist, dass die Soforthilfe nur Sachkosten eines Geschäftsbetriebes abdecken soll. Ausgenommen hiervon sind Kosten wie Abschreibungen, Personalaufwand oder künstlich herbeigeführter Aufwand. Allerdings dürfen aufgrund der Cashflow-Betrachtung Tilgungen für Darlehen und betriebsnotwenige Investitionen einbezogen werden.

Einen groben Anhaltspunkt zur Beurteilung und Einschätzung des Liquiditätsengpasses kann ihre BWA geben. Jedoch müssen die oben genannten Besonderheiten unter anderem korrigiert werden.

Sollte der Liquiditätsengpass geringer sein, als die erhaltene Corona-Soforthilfe, sind Sie verpflichtet den übersteigenden Betrag unverzüglich zurückzubezahlen. Sollten Sie dies nicht tun, besteht eventuell die Gefahr eines Subventionsbetruges.

Sollten Sie zwar im Rahmen der Rückmeldeverfahren nicht aufgefordert werden, sollten Sie trotzdem eine Überprüfung vornehmen und gegebenenfalls eine Rückzahlung veranlassen. Eine Korrektur kann auch durch das Finanzamt veranlasst werden.

Nach unseren bisherigen Erfahrungen, werden sich nur in den seltensten Fällen Liquiditätsengpässe im Sinne der Soforthilferegelung ergeben. Wir empfehlen daher eine zeitnahe Überprüfung vorzunehmen.

Sollten Sie hierzu weitere Fragen haben oder Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Heiko Priester
Wirtschaftsprüfer - Steuerberater

Nadine Hanft
Steuerberaterin

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