13.01.2020 / Verfasser: Clarissa Göbner

Steuerliche Neuregelungen zum 01.01.2020

Zum Beginn des Jahres 2020 treten zahlreiche steuergesetzliche Änderungen in Kraft, über einige wollen wir nachfolgend informieren:

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag für Alleinstehende steigt von € 9.168 auf € 9.408. Bei Eheleuten verdoppelt sich der Betrag auf € 18.816. Eine Steuerbelastung ergibt sich somit erst bei einem zu versteuernden Einkommen von mehr als € 9.408 bzw. € 18.816.

Kinderfreibeträge

Die Freibeträge für Kinder erhöhen sich von derzeit € 7.620 € auf € 7.812.

Änderungen für Arbeitnehmer

Die Verpflegungspauschalen für auswärtige Tätigkeiten werden angehoben. Für Tage mit einer Abwesenheit von mehr als acht Stunden sowie für An- und Abreisetage steigt die Pauschale von € 12 auf € 14, für Reisetage mit ganztägiger Abwesenheit von € 24 auf € 28. In dieser Höhe kann Verpflegungsmehraufwand vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt bzw. durch den Arbeitnehmer in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Für Berufskraftfahrer gibt es einen zusätzlichen Pauschbetrag in Höhe von € 8 pro Kalendertag für Mehraufwendungen, die bei einer mehrtägigen beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang mit einer Übernachtung im Fahrzeug entstehen. Solche Mehraufwendungen sind etwa Gebühren für die Benutzung der sanitären Einrichtungen auf Raststätten (Toiletten sowie Dusch- oder Waschgelegenheiten) oder Aufwendungen für die Reinigung der Schlafkabine. Der Nachweis höherer tatsächlicher Kosten bleibt möglich.

Überlässt ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Elektrofahrzeug oder ein extern aufladbares Hybridelektrofahrzeug als Dienstwagen, wird die Bemessungsgrundlage für den geldwerten Vorteil aus der Privatnutzung solcher Fahrzeuge grundsätzlich mit dem halben Listenpreis angesetzt. Bei bestimmten Elektrofahrzeugen beträgt diese künftig sogar nur ein Viertel. An Stelle von 1% für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sind somit nur 0,5% oder 0,25% des Listenpreises pro Monat als Arbeitslohn anzusetzen.

Sachbezüge in Form von Gutscheinen und Geldkarten können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern weiterhin bis maximal € 44 im Monat steuerfrei gewähren. Voraussetzung dafür ist künftig, dass diese Zuwendungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden, ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und dass die Karten keine Barauszahlungs- oder Wandlungsfunktion in Geld haben.

Änderungen für Eheleute

Ehegatten/Lebenspartner dürfen ab dem kommenden Jahr mehr als einmal im Kalenderjahr ihre Lohnsteuerklasse wechseln. Unabhängig vom Vorliegen besonderer Gründe können sie damit unterjährig die Steuerlast im Rahmen der gesetzlichen Regelungen optimieren.

Änderungen für Existenzgründer

Wer einen Betrieb eröffnet oder eine freiberufliche Tätigkeit aufgenommen hat, muss künftig innerhalb eines Monats von sich aus den sog. "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung elektronisch übermitteln. Die bisherige individuelle Aufforderung durch die Finanzämter, die entsprechenden Angaben zu erklären, entfällt. Ab wann die Neuregelung anzuwenden ist, teilt das Bundesfinanzministerium in einem BMF-Schreiben mit.

Clarissa Göbner
Steuerberaterin