11.10.2021 / Verfasserin: Nadine Hanft

Steuern sparen mit der erweiterten Grundstückskürzung i.S.d. § 9 Nr. 1 Satz 2 ff. GewStG

Die Regelung zur erweiterten Grundstückskürzung ermöglicht es grundstücksverwaltenden Unternehmen, die nur aufgrund Ihrer Rechtsform der Gewerbesteuer unterliegen bei Erfüllung diverser Voraussetzungen von der Gewerbesteuer befreit zu werden.

Bei einer vermögensverwaltenden GmbH reduziert sich die Steuerbelastung auf der Ebene der GmbH daher im Wesentlichen auf die Körperschaftsteuer von 15 %.

In der Vergangenheit hat die Finanzverwaltung eine eigenständige gewerbliche Tätigkeit der grundstücksverwaltenden Unternehmung insbesondere bei Überlassung von Betriebsvorrichtungen schnell bejaht, welche die übrigen Einkünfte gewerblich infizierten und die Anwendung der Steuerbegünstigung verhinderten.

Mit dem am 01.07.2021 in Kraft getretenen Fondsstandortgesetz (FoStoG) wurden klarstellende Regelungen im Bereich der erweiterten Kürzung des Gewerbeertrags für Grundstücksunternehmen eingeführt.

Im Zuge des FoStoG wurden erlaubte Ausnahmen in den § 9 Nr. 1 Satz 3 GewStG unter den Buchstaben b und c aufgenommen. Die erste Neuerung § 9 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe b GewStG gilt für Einnahmen aus erneuerbaren Energiequellen zum Beispiel für die Stromerzeugung einer Photovoltaikanlage oder aus dem Betrieb von Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder Elektrofahrräder. Allerdings sind für die Einnahmen eine gewisse Bagatellgrenze vorgesehen, welche 10% der Einnahmen im Wirtschaftsjahr aus der Gebrauchsüberlassung des Grundbesitzes nicht überschreiten darf.

Die zweite Neuerung betrifft Einnahmen aus anderen Tätigkeiten, wie das Mitvermieten von Betriebsvorrichtungen, Scheinbestandteilen, Möbeln und Einbauküchen oder das Betreiben eines Blockheizwerkes. Diese Einnahmen dürfen nicht mehr als 5% der Einnahmen im Wirtschaftsjahr aus der Gebrauchsüberlassung des Grundbesitzes überschreiten.

Diese beiden Neuerungen sind nicht als grundsätzliche Bagatellgrenzen anzusehen. Es sind nur solche Einnahmen erlaubt bzw. Bestandteil dieser Regelung, die aus den unmittelbaren Vertragsbeziehungen zwischen den Mietern resultieren. An dieser Stelle ist also vorsichtig geboten und die Voraussetzungen sollten genausten überprüft werden.

Der Anwendungsbereich der erweiterten Grundstückskürzung wurde somit erheblich erweitert. Die mit der Anwendbarkeit ermöglichte Steuerersparnis führt zu einem erheblichen laufenden Liquiditätsvorteil. Ist aber auch in der Gesamtlaufzeit bei bestimmten Fallkonstellationen mit Nachteilen verbunden, welche es miteinander abzuwägen gilt.

Sollten Sie hierzu weitere Fragen haben oder Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Nadine Hanft
Steuerberaterin