10.04.2018 / Verfasser: Sebastian Frey

Die Kassennachschau ist da!

Seit dem 1.1.2018 sind die Finanzbehörden berechtigt, unangekündigt einen Blick in die Kasse des Steuerpflichtigen zu werfen. Dieses Instrument der finanzamtlichen Kontrolle ist unter dem Begriff "Kassennachschau" bekannt und entspricht im Prinzip der, aus dem Bereich Umsatzsteuer bekannten, "Umsatzsteuernachschau".

Per Zufallsauswahl, auf Grund von Risikoanalysen oder Verdachtsmomenten wird seitens der Finanzbehörden ein Betrieb für die Kassennachschau ausgewählt. Es handelt sich hierbei um keine Außenprüfung, sondern lediglich um eine Überprüfung der Kassenaufzeichnungen und deren Ordnungsmäßigkeit. Allerdings ist der Prüfer berechtigt, sofern sich die Kasse sich nicht in einem ordnungsmäßigen Zustand befindet, umgehend zu einer Außenprüfung überzugehen.

Prüfungsschwerpunkte dürften vor allem die elektronischen Kassen, weitere Systembestandteile und sämtliche Organisationsunterlagen sein. Hierunter fallen z.B. die Bedienungsanleitungen, Programmierprotokolle und die sogenannte Verfahrensdokumentation. Diese Unterlagen sollte der Unternehmer deshalb jederzeit griffbereit haben, um Sie im Fall der Fälle vorlegen zu können.

Trotz der weiten Befugnisse der Finanzverwaltung ist zu beachten, dass auch der Prüfer gewissen Einschränkungen unterliegt. Außerdem hat der Steuerpflichtige im Rahmen seiner gesetzlich verankerten Mitwirkungspflicht nach wie vor ein Recht, auf steuerliche Vertretung und Schutz vor unberechtigten Zugriffen.

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben oder sich über Ihre Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit der Kassennachschau informieren wollen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Sebastian Frey
Steuerberater