07.07.2021 / Verfasser: Sebastian Frey

Abgrenzung zwischen Geldleistung und Sachbezug

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 13. April 2021 ein Schreiben zur Abgrenzung zwischen einer Geldleistung und einem Sachbezug veröffentlicht und erläutert hier anhand einiger Beispiele, wann eine Geldleistung und wann ein Sachbezug vorliegt.

Dies ist insoweit von Bedeutung, da zum Arbeitslohn sowohl Geldleistungen als auch Sachbezüge, also alle nicht in Geld bestehenden Einnahmen, gehören. Das Gesetz gewährt jedoch bei Sachbezügen eine Freigrenze in Höhe von monatlich 44 €, sofern der Sachbezug zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt wird.

Als Sachbezüge werden in diesem Schreiben u.a.

  • die Gewährung von Kranken-, Krankentagegeld- oder Pflegeversicherungsschutz bei Abschluss einer entsprechenden Versicherung und Beitragszahlung durch den Arbeitgeber,
  • die Gewährung von Unfallversicherungsschutz, soweit [...] der Arbeitnehmer den Versicherungsanspruch unmittelbar gegenüber dem Versicherungsunternehmen geltend machen kann und die Beiträge nicht pauschal besteuert werden,
  • die Gewährung von Papier-Essenmarken und arbeitstäglichen Zuschüssen zu Mahlzeiten und
  • die Gewährung von Gutscheinen oder Geldkarten, die ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen bei dem Arbeitgeber oder bei einem Dritten berechtigen und zudem ab dem 1. Januar 2022 die Kriterien des § 2 (1) Nr. 10a ZAG erfüllen.

genannt.

Zu den Geldleistungen gehören nach diesem Schreiben insbesondere

  • eine Zahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer bei Abschluss einer Kranken-, Krankentagegeld- oder Pflegeversicherung und Beitragszahlung durch den Arbeitnehmer, wenn die Zahlung des Arbeitgebers mit der Auflage verbunden ist, dass der Arbeitnehmer mit einem vom Arbeitgeber benannten Unternehmen einen Versicherungsvertrag schließt,
  • eine Zahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer anstelle der geschuldeten Ware oder Dienstleistung (zweckgebundene Geldleistungen und nachträgliche Kosten­erstattungen)

Insbesondere die Klarstellung bezüglich der Behandlung von Gutscheinen oder Geldkarten war lange erwartet worden, da sich diese Modelle zunehmender Beliebtheit erfreuen. Nun bleibt die Reaktion der jeweiligen Dienstleister auf diese Schreiben abzuwarten.

Das Schreiben gilt ab dem 1.1.2020. Jedoch wird seitens des BMF nicht beanstandet, wenn die genannten Gutscheine und Geldkarten - sofern sie die neuen Voraussetzungen des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes nicht erfüllen - noch als Sachbezug behandelt werden.

Das BMF-Schreiben können Sie hier abrufen.

Sebastian Frey
Steuerberater