04.03.2021 / Verfasser: Sebastian Frey

Änderungen im Versandhandel und bei Dienstleistungen im B2C Geschäft ab 1.7.2021

Mit Verkündung des Jahressteuergesetzes 2020 am 28. Dezember 2020 wurde nun ein weiterer Teil des sogenannten "E-Commerce Pakets" in nationales Recht umgesetzt.

Hieraus ergibt sich eine grundlegende Neufassung des § 3c UStG ab dem 1.7.2021.

Ab diesem Zeitpunkt werden europaweite Versandhandelsregelungen in Fernverkauf umbenannt. Lieferungen von Gegenständen an Nichtunternehmer innerhalb der EU sind dann zukünftig im Ansässigkeitsstaat des Empfängers steuerbar, sofern der Lieferant die neue, EU-weite, Lieferschwelle für diese innergemeinschaftlichen Fernverkäufe in Höhe von 10.000 € pro Jahr überschreitet.

Hierfür wird das bisher bereits bekannte MOSS-Verfahren (Mini-One-Stop-Shop) in ein echtes One-Stop-Shop Verfahren umgewandelt.

Dies bietet den Lieferanten bzw. Leistungserbringern den Vorteil, nicht mehr auf die bisher bekannten Lieferschwellen der einzelnen Mitgliedsstaaten achten zu müssen.

Die Pflicht zur Rechnungsstellung richtet sich zwar auch in diesen Fällen nach den Regeln des Mitgliedstaates des Leistungsempfängers, allerdings sind diese Umsätze künftig einheitlich an die Steuerverwaltung des Staates des Leistungserbringers zu melden.

Steuerliche Registrierungen in mehreren Staaten und die Meldungen der jeweiligen Umsätze an diese gehören damit zukünftig der Vergangenheit an.

Selbstverständlich wird es auch hier wieder Ausnahmen und Sonderregelungen geben, auf die geachtet werden muss. Das BMF hat bereits mit Schreiben vom 5. Februar 2021 den Entwurf eines Schreibens hierzu an die Verbände herausgegeben

Sollten Sie Interesse an der Nutzung des sogenannten One-Stop-Shop Verfahrens haben oder anderweitige Unterstützung in diesem Zusammenhang benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Sebastian Frey
Steuerberater