02.11.2021 / Verfasser: Christian Michel

Neue Pflichten durch das Geldwäschegesetz

Im Hinblick auf die im Geldwäschegesetz geforderte Meldung des wirtschaftlich Berechtigten an das Transparenzregister ergibt sich konkreter Handlungsbedarf für juristische Personen des Privatrechts und eingetragene Personengesellschaften, somit u.a. für AGs, GmbHs und KGs.

Bisher war die Meldung des wirtschaftlich Berechtigten für viele dieser Gesellschaften nicht erforderlich, da die Angaben zum wirtschaftlich Berechtigten anderen öffentlichen Registern (z.B. Handelsregister) zu entnehmen waren (sog. Mitteilungsfiktion).

Durch die am 1. August 2021 in Kraft getretenen Änderungen zum Geldwäschegesetz wird das Transparenzregister nun von einem Auffangregister auf ein Vollregister umgestellt. Künftig sind betroffene Gesellschaften verpflichtet, den wirtschaftlich Berechtigten zu ermitteln und dessen persönliche Angaben (Name, Geburtsdatum, Wohnort, Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses und alle Staatsangehörigkeiten) aktiv an das Transparenzregister zu melden.

Für die Eintragung von Unternehmen, die bisher von der Mitteilungsfiktion erfasst waren, sind - je nach Rechtsform - längere Übergangsfristen vorgesehen:

  • AG, SE, KGaA: bis 31. März 2022
  • GmbH, PartG, Genossenschaft: bis 30. Juni 2022
  • in allen anderen Fällen: bis 31. Dezember 2022

Zudem schließt sich an diese Übergangsfristen bzgl. der Eintragungspflicht noch eine einjährige Übergangsfrist an, innerhalb der Verstöße gegen die Meldepflicht nicht als Ordnungswidrigkeiten sanktioniert werden.

Christian Michel
Wirtschaftsprüfer