01.09.16 / Verfasser: Heike Vevoda

Änderungen ab 2017 beim Nachweis über gezahlte Spenden

Ein Steuerpflichtiger, der Spenden oder Mitgliedsbeiträge
steuerlich geltend machen will, muss eine Zuwendungsbestätigung beim Finanzamt
vorlegen. In bestimmten Fällen genügt auch ein vereinfachter Nachweis. Der
Deutsche Steuerberaterverband weist in seiner Mitteilung vom 18.07.2016 darauf
hin, dass im Zuge der Modernisierung des Besteuerungsverfahrens aus der
Belegvorlagepflicht eine Belegaufbewahrungspflicht wird.

Der Steuerpflichtige muss seine Zuwendungsbestätigungen bzw.
die vereinfachten Nachweise nur noch vorlegen, wenn das Finanzamt ihn dazu
auffordert. Das Finanzamt kann die Vorlage bis zum Ablauf eines Jahres ab
Bekanntgabe des Bescheides verlangen, d.h., der Steuerpflichtige muss alle
Unterlagen sorgfältig aufbewahren.

Beispiel: Steuerpflichtiger spendet in 2017 an eine
gemeinnützige Organisation und erhält von dieser eine ordnungsmäßige
Zuwendungsbescheinigung. Die Steuererklärung wird im April 2018 beim Finanzamt
eingereicht. Die Steuerfestsetzung wird mit Steuerbescheid vom 10.05.2018
bekannt gegeben. Er muss seine Zuwendungsbestätigung aus 2017 bis zum 10.05.2019
aufheben und auf Verlangen des Finanzamts vorlegen.

Der Zuwendende kann wie bisher den Zuwendungsempfänger
bevollmächtigen, die Zuwendungsbestätigung nach amtlich vorgeschriebenem
Datensatz durch Datenfernübertragung zu übermitteln. Das hat den Vorteil, dass
der Zuwendende keine Zuwendungsbestätigung aufbewahren muss und umgekehrt
entfällt die Aufbewahrungspflicht des Zuwendungsempfängers hinsichtlich des
Doppels.

Der Zuwendungsempfänger wir zur sog. mitteilungspflichtigen
Stelle i.S. des § 93c AO und hat die Spendendaten nach Ablauf des
Besteuerungszeitraum bis Ende Februar des folgenden Jahres zu übermitteln. Er
muss die übermittelten Daten aufzeichnen und mit den entsprechenden Unterlagen
bis zum Ablauf des siebten Folgejahres aufbewahren. Sollte er innerhalb dieser
Zeit erkennen, dass die gemeldeten Daten nicht stimmen, muss er die gemeldeten
Daten berichtigen. Wie bisher besteht gegenüber dem Zuwendenden eine
Mitteilungspflicht.

Diese Neuerungen gelten für Zuwendungen, die dem
Zuwendungsempfänger nach 2016 zufließen.

Für Fragen zu diesem Thema steht Ihnen Ihr Ansprechpartner
gerne zur Verfügung.

Frau Heike Vevoda


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