19.07.2017 / Verfasser: Joachim Fürst

Steuerfreie Übertragungen an den Ehepartner am Beispiel der Familienheimschaukel

Zwischen Ehegatten stellt sich häufig die Frage, wie Vermögen von dem einen auf den anderen Ehegatten steuerfrei übertragen werden kann, insbesondere wenn die Vermögen sehr ungleich verteilt sind.

Grundsätzlich besteht zwischen Ehegatten ein Schenkungsteuerfreibetrag von 500.000 €, welcher nach Ablauf eines Zehnjahreszeitraums erneut genutzt werden kann.

Darüber hinaus gibt es allerdings weitere Optionen, Vermögen steuerfrei zu übertragen. Wenn man von den güterstandsrechtlichen Möglichkeiten absieht, sticht hier insbesondere die Familienheim-schaukel hervor.

Hierbei überträgt der Eigentümer des Familienheims das Eigentum daran seinem Ehepartner. Durch
§ 13 Abs. 1 Nr. 4 a ErbStG ist dies schenkungsteuerfrei, und zwar unabhängig davon, welche Wohn-fläche oder welchen Wert dieses Gebäude hat.

Im zweiten Schritt veräußert der beschenkte Ehegatte dieses an den Schenker zu Marktpreisen zurück. Im Ergebnis wurde dadurch der Marktpreis des Familienheims an den Ehepartner steuerfei "geschenkt". Dies kann grundsätzlich beliebig oft wiederholt werden.

Es gibt hierbei allerdings ein paar Einschränkungen zu beachten: es muss sich bei dem besagten Familienheim um den Lebensmittelpunkt der Ehepartner handeln (keine Zweit- oder Ferienimmobilien) und es sollten gewisse Schamfristen (auch wenn diese strittig sind) eingehalten werden: nach der Schenkung sollten vier Jahre abgewartet werden, nach der Rückveräußerung weitere zwei Jahre.

Gerne beraten wir Sie zu diesem Thema in einem persönlichen Gespräch ausführlich.

Dipl.-Kfm. Joachim Fürst
Steuerberater - Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.)