15.05.2017 / Verfasser: Tonia Optenberg

GWG Grenze wird auf 800 EUR angehoben

Durch das vom Bundestag am 27.04.2017 beschlossene Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen ist vorgesehen, die bisherige Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von bislang 410 EUR auf 800 EUR anzuheben. Geringwertige Wirtschaftsgüter können bekanntlich sofort als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend gemacht werden. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Steuerlast.

Dass die Grenze fast verdoppelt wurde, dient auch dem Bürokratieabbau. Künftig können mehr Investitionen sofort in die Kosten gebucht werden und müssen nicht erst über mehrere Jahre abgeschrieben und in einem gesonderten Anlageverzeichnis geführt werden.

Es ist damit zu rechnen, dass der Bundesrat dem Vorhaben zustimmen wird. Nach nunmehr über 50 Jahren wird endlich die Grenze angehoben.

Die Neuregelung soll für Investitionen ab dem 01.01.2018 gelten. Daher kann es sich anbieten, um von der Erhöhung der Grenze profitieren zu können, geplante Investitionen in das Jahr 2018 zu verlagern. Die 800 EUR beziehen sich auf die Nettoanschaffungskosten. Es kommt nicht darauf an, ob der Umsatzsteuerbetrag als Vorsteuer tatsächlich abziehbar ist.

Von dieser Regelung profitieren im Übrigen nicht nur Unternehmer. Die GWG-Regelung hat auch Bedeutung für Investitionen von Vermietern oder Arbeitnehmern, so können z.B. dann bei Arbeitnehmern Kosten für Arbeitsmittel bis 800 EUR in voller Höhe als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Tonia Optenberg
Steuerberaterin